04 Januar, 2019

Ein Schritt zurück und zwei nach vorne...

Wie kann Achtsamkeit Selbst.verständnis und Entwicklung von Eltern und Kindern fördern?





Mit dieser Frage beschäftigen sich die Selbst.entwicklungs.coaches Michaela und Andreas Hauser anlässlich des ElternFortbildungsTages am 12. Januar 2019 im BIP Krativitätsschulzentrum Leipzig. Hier gehts zum Programm 



In unserer Arbeit als Coaches und Therapeuten werden wir häufig nach Erziehungstips gefragt oder ob wir auch mit den Kindern unserer Klienten arbeiten. Unsere Antwort ist immer die gleiche:

 
Bei der Erziehung von Kindern geht es vor allem um Ihre eigene selbst.bewusste Haltung.


Hier haben wir die Basis zusammengetragen, mit der Kindererziehung für alle eine bereichernde und freudvolle Erfahrung wird:



  • Wenn Sie sich selbst gut kennen und Ihre frühen Familienthemen und -belastungen aufgearbeitet haben, sind Sie auf dem besten Weg. Nehmen Sie sich dazu externe Unterstützung durch einen Coach oder Therapeuten. Es nützt nicht, nur über die Themen Bescheid zu wissen, sondern sie müssen bearbeitet und ggf. geheilt werden. Erst dann sind Sie frei, eine innige Beziehung zu Ihrem Kind zu entwickeln.


  • Achtsamkeitsübungen helfen Ihnen, im gegenwärtigen Moment zu sein.Sorgen und Ängste beschäftigen sich mit der Vergangenheit oder Zukunft.Ihr Kind braucht Ihren Fokus und Ihre Präsenz im Hier und Jetzt.

  • Bleiben Sie offen für lebenslanges Lernen und Perspektivwechsel.

  • Erkennen Sie achtsam Ihre Automatismen und helfen Sie Ihren eigenen Persönlichkeitsanteilen zur Seite zu treten, wenn Sie mit Ihrem Kind kommunizieren. Mit IFS (Systemische Therapie mit der inneren Familie) können Sie lernen, die Bedürfnisse und Impulse Ihrer Persönlichkeitsanteile kennenzulernen und sie zu führen. So werden Sie selbst.bewusst und können entspannt mit Ihren Kindern in Kontakt gehen.

  • Üben Sie echtes Zuhören - um zu verstehen und um die geistige und seelische Ebene hinter den Worten und Fakten mitzukriegen.

  • Das gemeinsame Leben mit Kindern soll Freude machen. Die Basis dafür ist, alle Gefühle zulassen zu können - neben den schönen auch die schwierigen. Ein freudvolles Leben beinhaltet nunmal alle Facetten.
    Um die schönen Dinge zu sehen, müssen wir oft ersteinmal einen Gang herunterschalten und uns von den Kindern führen lassen.

So wäre eine authentische Eltern-Kind-Beziehung möglich - unabhängig von Ihrer eigenen Vergangenheit. Im Weltbild von IFS hat jeder ein intaktes, unverwundbares Selbst, das die eigenen Persönlichkeitsanteile führt und beschützt. Wenn Sie mit den oben genannten Schritten Zugang zu Ihrem Selbst finden und "selbst.nah" - also mitfühlend, offen, klar und interessiert - agieren und kommunizieren, dann wirkt das ansteckend auf Ihr Kind, Ihre/n Partner/in und auch auf Ihr Arbeitsumfeld. Probieren Sie's aus!
   

Wir untersützen Sie gerne auf diesem Weg.


Unsere Buchempfehlungen zu diesem Thema:  
"Gemeinsam leben, gemeinsam wachsen" und alle anderen Bücher von Daniel J. Siegel;   
Generell sind die Bücher vom Arbor-Verlag zum Thema Achtsamkeit hervorragend  
"Meine innere Welt verstehen" von Jay Earley


 

29 Dezember, 2018

Buchbesprechung: Hochsensible Männer - Mit Feingefühl zur eigenen Stärke


Es gibt viele Bücher, die mir im Laufe eines Jahres in die Hände fallen -- und einige davon bleiben stark haften, weil sie mich inspirieren, mich führen, mir etwas erklären, oder einfach weil sie stimmige Begleiter sind auf meinem ganz persönlichen Entwicklungsweg.


"Hochsensible Männer. Mit Feingefühl zur eigenen Stärke" von Tom Falkenstein ist so ein Buch. Es spricht vieles aus, das schon lange in mir war; bringt Ordnung in eine Vielzahl von losen Gedanken und Erkenntnissen; und es ist es mehr als wert, anderen Männern auf der Suche nach sich selbst empfohlen zu werden.



Beim Lesen habe ich mir Notizen gemacht und gebe diese gerne als Zusammenfassung wieder. Achtung: das ersetzt NICHT das Lesen, da im Buch einerseits viele sehr nützliche Erklärungen als auch Interviews mit Männern und ihren eigenen Erfahrungen dargestellt sind! :-) Aber zumindest als Anhaltspunkt für Themenbereiche ist es nützlich -- die Arbeit an sich selbst erspart das Lesen sowieso nicht...

Ausgangspunkt des Buches ist ein in der heutigen Gesellschaft vorherrschendes toxisches Männerbild, das geprägt ist von Dominanz, Gewalt und dem Ignorieren von Gefühlen. Die dazugehörigen "Männlichkeitsregeln" besagen:
  1. Ein richtiger Mann ist ein Kämpfer und Gewinner. 
  2. Ein richtiger Mann ist ein Versorger und Beschützer (von Frauen & Kindern). 
  3. Ein richtiger Mann behält Kontrolle und Beherrschung. 
Warum muss es eine Gegenüberstellung von 'typisch männlich' und 'typisch weiblich' geben? Wie wäre es stattdessen mit einem Idealbild von 'typisch menschlich'?
  • freundlich
  • väterlich
  • brüderlich
  • wohlwollend
  • akzeptierend
  • gleichwertig
  • gemeinschaftlich
  • großzügig
  • fürsorglich
  • frei

Der Autor beschreibt in seinem Buch die Temperamenteigenschaft der Hochsensibilität nach Elaine Aaron.

"Das hochsensible Temperament ist eine Konstante im Leben, mit der Mann geboren ist und die sich durch das ganze Leben zieht."

Hochsensible Personen (Highly Sensitive Persons HSP) unterscheiden sich durch vier Eigenschaften:
  1. Gründliche Informationsverarbeitung (Depth of Processing)
  2. Übererregbarkeit (Overarousability)
  3. Emotionale Intensität inkl. Empathie (Emotional Intensity incl. Empathy)
  4. Sensorische Empfindlichkeit (Sensory Sensitivity)
Daraus ergeben sich für hochsensible Männer als größte Herausforderungen:
  • Übererregung / emotionale Intensität => beruhigen und regulieren
  • Selbstwert / Selbstakzeptanz => selbstbewusster werden und sich annehmen können 
  • Mangelnde Selbstfürsorge / Lebensstil => Bedürfnisse erkennen, Grenzen setzen, Auszeiten gönnen
  • Empfindliche Sensorik => Ruhe und Gestaltung der Umwelt

Empathie spielt dabei oft eine wichtige Rolle:
Empathie = die Fähigkeit zum einfühlenden Verstehen der Innenwelt eines anderen Menschen, d.h. seiner Emotionen, Gedanken, Bedürfnisse und Motive.

Im Umgang mit Übererregung und emotionaler Intensität empfiehlt der Autor vier Hauptstrategien -- alle mit dem Hintergrund, die vorhandenen Gefühle zu akzeptieren und mit ihnen umgehen zu lernen:
  1. ACHTSAMKEIT
    Beobachten innerer und äußerer Prozesse
  2. AKZEPTANZ
    Gedanken und Gefühle
  3. ENTSPANNUNG
    Körperliche und emotionale Ruhe
  4. IMAGINATION
    Innere Bilder für Sicherheit und Ruhe
Achtsamkeit ist die Basis, nicht direktes Mittel zum Zweck:
Achtsamkeit = Aufmerksamkeit ohne Kritik und ohne Bewertung; erst dadurch verändert sich die Beziehung zu
  • Gedanken
  • Gefühlen
  • Körperempfindungen
  • gegenwärtigem Moment
  • Verhalten
Dabei geht es von der reinen Beobachterrolle (den eigenen Autopilot bewusst machen) über die Auseinandersetzung (benennen, hinterfragen, spüren, nachgehen) letzlich hin zur Akzeptanz (ganz und gar ohne Vorbehalte annehmen).

Ebenso gilt es, ein Selbstmitgefühl zu entwickeln bzw. zu stärken:
  • Selbstfreundlichkeit (Self Kindness)
  • Gemeinsames Menschsein (Common Humanity)
  • Achtsamkeit für sich selbst (Mindfulness)

Gerade bei hochsensiblen Männern fällt oft ein wenig oder kaum ausgeprägtes Gefühl des Selbstwerts auf. In erster Linie geht es darum, Selbstvertrauen und Selbstfürsorge aufzubauen und zu pflegen.
Selbstwert = eigene Gefühle/Grenzen/emotionale Bedürfnisse wahrzunehmen, zu respektieren, zu verbalisieren und danach selbstverantwortlich zu handeln.
  • akzeptierende, achtsame und praktische Selbstzuwendung
  • gute, praktische Selbstfürsorge im Alltag 
Abschließend bedeutet das, dass gerade einen hochsensibler Mann seinen eigenen Weg der Selbstführung finden kann.

Und an dieser Stelle komme ich als Coach ins Spiel: nicht nur, dass ich mich schon vor Jahren selbst auf diesen Weg begeben habe und ihn seitdem in meinem ganze eigenen Rythmus mit Höhen und Tiefen gehe... sondern auch, weil ich Sie auf ihrem eigenen Weg mitfühlend und wertschätzend begleiten kann.

Sprechen Sie mich an und wir schauen gemeinsam, wie ich Sie mit meiner Erfahrung unterstützen kann.

Ich freue mich auf Sie!


selbst.werk
Andreas Hauser
Kolbestr. 3, 04229 Leipzig
www.selbstwerk.eu

andreas[dot]hauser[at]selbstwerk[dot]eu


 

12 November, 2018

Ayurvedische Panchakarma-Kur -- Teil III


Die Ayurveda-Kur

So, Andreas, nun hast Du also die gesamte 12-Tages-Kur absolviert... 
Wie geht es Dir und wie hast Du den letzten Teil, die Ayurveda-Kur, empfunden? 

Andreas: Das war eine total spannende Achterbahnfahrt! Zuerst mal, wir haben das ja bei Dr. John Switzer am Starnberger See gemacht -- bei traumhaften Herbstwetter, das allein hatte schon einen tollen Effekt. Und dann gab es sechs Tage lang Anwendungen: All das, was ich bisher nur aus Filmen oder Werbeprospekten, ist mir nun selbst zuteil geworden. Und das war echt 
Wahnsinn! 




Wie ist das abgelaufen?

Andreas: An jedem der sechs Tage der Ayurveda-Kur gab es Anwendungen: Massagen, Drainagen, Einläufe (ja!) -- alles, um die freigewordenen Toxine aus dem Körper zu schaffen. Und die ersten beiden Tage haben in mir die totalen Glücksgefühle freigesetzt... es fühlte sich unglaublich an, mir selbst etwas Gutes zu tun bzw. tun zu lassen! 

Besonders das Ölgießen auf die Stirn war intensiv und hat mich innerlich entspannt. Das Schöne war für mich, dass es nicht nur eine "Wohlfühlerfahrung" war, sondern alle Anwendungen individuell auf meine Konstitution abgestimmt waren. Kein Pauschalprogramm, sondern ayurvedisch mit meinem Typus in Einklang gebracht.




Was hat es mit den Einläufen auf sich?

Andreas: Es war schon komisch, das erste Mal im Leben einen Einlauf zu bekommen -- und auch gewöhnungsbedürftig. Ich erspare jetzt Einzelheiten, aber am ersten und letzten Tag war es mit Öl, dazwischen täglich mit Kaffee. 
Ich fand das auch erst eigenartig, aber die Kaffeeinläufe hatten immer eine unmittelbare Auswirkung, total faszinierend. Ansätze von Kopfschmerzen gingen beobachtbar in Minuten weg, Rückenschmerzen wurden spürbar vermindert und auch das Wohlbefinden im Bauch war sofort wieder da. Wirklich beeindruckend!

Wie lief die Begleitung durch Dr. John Switzer während dieser Zeit?

Andreas: Alle zwei Tage stand ein Termin bei ihm an. Die homöopathische Erstanamnese hatte ich schon früher im Jahr gemacht, und nun ging es darum, die Auswirkungen der Kur zu analysieren, ein homöopathisches Konstitutionsmittel (oder auch Akutmittel) zu finden, die ayurvedischen Anwendungen zu definieren und den Ernährungsplan auch für die Zeit danach aufzustellen.

Wie lief das mit der Ernährung ab -- da war ja auch eine Umstellung geplant? 

Andreas: Richtig. Für das Frühstück war Selbstversorgung angesagt (Kastanienmehlbrei bzw. glutenfreies Müsli), danach gab es jeden Tag die vorbereitete Box: Wildkräuter-Rohkostsalat mit Salatsoße, Brottrunk (fermentiert), Leinsamen-Kräcker, Wildkräuter-Smoothie. Was für manche vielleicht nach Verzicht aussieht, war es aber überhaupt nicht. Meine Geschmacksnerven sind durch das Fasten gefühlt viel intensiver geworden und daher waren das auch Geschmacksexplosionen, obwohl es so banal klingt! :-) 

Das Essen war immer frisch zubereitet und auch in der Menge ausreichend. Überraschend! Aber ich weiß auch schon, dass ich danach mehr Substand bzw. Proteine brauchen werde, da werde ich noch dran arbeiten, wieder ein bisschen zuzunehmen.




Wie fällt Dein Gesamt-Fazit für diese Kur aus?

Andreas: Ich bin fasziniert! Was in so kurzer Zeit möglich ist, in welcher Form ich meinen Körper besser kennenlernen durfte und wieviel Lust es mir gemacht hat, mich selbst mit meiner Ernährung jetzt weiter zu beschäftigen -- das finde ich am spannendsten. Es war definitiv eine Achterbahnfahrt und ich habe alle Phasen als sehr intensiv erlebt. 

Ich kann mir sehr gut vorstellen, wieder einmal so eine Kur zu machen. Als erstes möchte ich aber jetzt wirklich drangehen zu planen, wie ich mich in Zukunft so ernähren kann, dass meinem Körper gut geht -- aber gleichzeitig auch kein Dogma daraus wird. Gerade bei meinen vielen Reisen wird das schon Planung und Logistik erfordern, und in einigen Situationen sicherlich auch Flexibilität. 

Der Verzicht auf Zucker fällt jetzt schon leicht; es ist eigentlich kein Verzicht, sondern ein Wegfallen der Gelüste -- ich habe einfach keine Lust auf Süßes. Wenn ich den Geschmack brauche, langt ein kleiner Löffel eines Desserts; mehr braucht es für mich gerade nicht. Ebenso versuche ich ohne Milch und Gluten auszukommen, das wird etwas anstrengender, aber ist möglich. 

Und wie gesagt, ich möchte kein Dogma draus machen, sondern nur einen Leitfaden, wie ich meinem Körper und meiner Gesundheit etwas Gutes tun kann: Wenn ich wirklich Lust auf ein Stück Pizza oder ein Tiramisu habe, dann werde ich das auch essen! Aber bisher ist diese Lust einfach nicht aufgetaucht -- und das ist ein wunderbares Gefühl von Freiheit. Allein dafür wäre es schon die Mühen wert gewesen!  :-)


Weitere Infos:

Panchakarma Ayurveda-Kur Dr. John Switzer
https://ein-langes-leben.de/ayurveda-behandlungen/196-ayurveda-panchakarma-mini-kur



selbst.werk
Andreas Hauser
Kolbestr. 3, 04229 Leipzig
www.selbstwerk.eu
andreas[dot]hauser[at]selbstwerk[dot]eu